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Kleine besinnliche Kurzgeschichten



Als du dachtest, ich würde nicht hinsehen...


Dies ist eine Botschaft, die jeder Erwachsene lesen sollte, denn Kinder beobachten dich und tun dasselbe, was du tust, nicht das, was du sagst.

Als du dachtest, ich würde nicht hinsehen, sah ich, dass du mein erstes selbst gemaltes Bild an den Kühlschrank gehängt hast und ich bekam sofort Lust, ein weiteres zu malen.

Als du dachtest, ich würde nicht hinsehen, sah ich dich eine streunende Katze füttern und ich lernte, dass es gut ist, freundlich zu Tieren zu sein.

Als du dachtest, ich würde nicht hinsehen, sah ich dich meinen Lieblingskuchen für mich backen und ich lernte, dass die kleinen Dinge die besonderen Dinge im Leben sein können.

Als du dachtest, ich würde nicht hinsehen, hörte ich dich ein Gebet sprechen, und ich wusste, dass es einen Gott gibt, mit dem ich immer reden kann und ich lernte, auf Gott zu vertrauen.

Als du dachtest, ich würde nicht hinsehen, sah ich dich eine Mahlzeit kochen und sie zu einem kranken Freund bringen, und ich lernte, dass wir einander helfen und uns umeinander sorgen müssen.

Als du dachtest, ich würde nicht hinsehen, sah ich dich deine Zeit und dein Geld einsetzen, um den Armen zu helfen und ich lernte, dass diejenigen, die etwas haben, denen etwas geben sollten, die nichts haben.

Als du dachtest, ich würde nicht hinsehen, sah ich, wie du mit deinen Pflichten umgegangen bist, selbst wenn du dich nicht wohl fühltest, und ich lernte, dass ich als Erwachsener verantwortungsbewusst sein sollte.

Als du dachtest, ich würde nicht hinsehen, sah ich Tränen aus deinen Augen tropfen und ich lernte, dass Dinge manchmal schmerzen und dass es in Ordnung ist, zu weinen.

Als du dachtest, ich würde nicht hinsehen, sah ich, dass du dich um Dinge gekümmert hast und ich wollte selbst auch zu jemandem werden, der sein Bestes gibt.


Als du dachtest, ich würde nicht hinsehen, lernte ich die meisten Lektionen des Lebens, die ich beherrschen musste, um als Erwachsener zu einer guten und produktiven Person zu werden.

Als du dachtest, ich würde nicht hinsehen, schaute ich dich an und wollte sagen: “Danke für all die Dinge, die ich sah, als du dachtest, ich würde nicht hinsehen."

KLEINE AUGEN SEHEN EINE GANZE MENGE.

- Ein ehemaliges Kind-

Aus dem Tagebuch einer Bibel


Januar
Es ist eine sehr arbeitsreiche Zeit für mich. Die meisten aus der Familie haben beschlossen, mich im Laufe des Jahres einmal durchzulesen. In den ersten beiden Wochen war ich sehr beschäftigt, doch jetzt haben sie mich vergessen.

Februar
Frühjahrsputz...ich wurde gestern abgestaubt und wieder an meinen Platz gestellt. Mein Besitzer hat mich letzte Woche einmal für ein paar Minuten gebraucht. Er hatte mit jemandem einen Streit gehabt und hat ein paar Stellen nachgeschlagen, um zu beweisen, dass er Recht hatte.

März
Am Ersten des Monats hatte ich einen sehr arbeitsreichen Tag. Mein Besitzer wurde zum Vorsitzenden der Industrie- und Handelskammer gewählt und hat mich gebraucht, um eine Rede vorzubereiten.

April
Großvater hat uns diesen Monat besucht. Er hat mich eine Stunde lang auf seinem Schoß gehabt und aus 1. Petrus 5:5-7 vorgelesen. Er scheint mehr von mir zu halten als einige Leute aus meinem eigenen Haushalt.

Mai
Ich habe ein paar grüne Flecken auf meinen Seiten. Einige Frühlingsblumen wurden zwischen meinen Seiten gepresst.

Juni
Ich sehe aus wie ein Sammelalbum. Sie haben mich mit Zeitungsausschnitten voll gestopft – eines der Mädchen hat geheiratet.

Juli
Heute haben sie mich in den Koffer gepackt. Anscheinend fahren wir in Urlaub. Ich wünschte, ich könnte zu Hause bleiben. Ich kann mir schon vorstellen, dass ich jetzt mindestens zwei Wochen lang hier eingeschlossen bin.

August
Ich bin immer noch im Koffer.

September
Endlich wieder zu Hause und an meinem alten, gewohnten Platz. Ich habe eine Menge Gesellschaft. Zwei Frauenzeitschriften und vier Comic-Hefte wurden auf mich gestapelt. Ich wünschte, ich würde so oft gelesen wie sie.

Oktober
Heute haben sie ein bisschen in mir gelesen. Jemand im Haus ist sehr krank. Gerade jetzt liege ich mitten auf dem Kaffeetisch. Ich glaube, der Pastor kommt zu Besuch.

November
Zurück an meinem alten Platz. Jemand hat heute gefragt, ob ich ein Sammelalbum sei.

Dezember
Die Familie macht sich für die Ferien bereit. Ich schätze mal, dass ich wieder unter Geschenkpapier und Paketen verschwinden werde ... so wie jedes Jahr um die Weihnachtszeit. Aber zumindest werde ich nächsten Monat wieder für ein paar Wochen gelesen.

Das gemietete Zimmer


Unser Haus lag dem Eingang des Krankenhauses direkt gegenüber. Wir wohnten unten und vermieteten die Zimmer in der oberen Etage an die ambulanten Patienten der Klinik.

An einem Abend im Sommer machte ich gerade das Essen zurecht als es an der Tür klopfte. Draußen stand ein schrecklich aussehender Mann. “Der ist ja kaum größer als mein Achtjähriger”, dachte ich als ich den gebeugten, runzligen Körper anstarrte. Doch das Schrecklichste war sein Gesicht, ganz schief durch eine Schwellung, rot und wund.

Seine Stimme jedoch war angenehm als er sagte: “Guten Abend. Ich komme, um zu sehen, ob Sie für eine Nacht ein Zimmer für mich haben. Ich bin heute für eine Behandlung in der Klinik angereist und bis morgen geht kein Bus zurück.“

Er erzählte mir, er suche bereits seit dem Mittag erfolglos nach einem Zimmer. "Ich denke, es liegt an meinem Gesicht...Ich weiß, dass es schrecklich aussieht, doch mein Arzt sagt, nach ein paar weiteren Behandlungen..." Einen Augenblick lang zögerte er, doch seine nächsten Worte überzeugten mich: “Ich könnte auch in diesem Schaukelstuhl auf der Veranda schlafen. Mein Bus fährt schon früh am Morgen.”

Ich sagte ihm, wir würden ihm ein Bett herrichten, er brauche nicht auf der Veranda zu schlafen. Ich ging wieder hinein und machte das Abendessen fertig. Als wir soweit waren, fragte ich den alten Mann, ob er uns Gesellschaft leisten wolle. „Nein, danke. Ich habe genug.” Dabei hielt er eine braune Papiertüte hoch.

Als ich mit dem Abwasch fertig war, ging ich auf die Veranda um ein paar Minuten mit ihm zu reden. Es brauchte nicht lange um zu erkennen, dass dieser alte Mann ein übergroßes Herz in seinem winzigen Körper hatte. Er erzählte mir, dass er fischen gehe um seine Tochter, ihre fünf Kinder und ihren Ehemann zu unterstützen, der durch eine Rückenverletzung hoffnungslos verkrüppelt war.
Er erzählte das nicht mit klagendem Unterton, vielmehr ging jedem Satz ein Dank an Gott für einen Segen voraus. Er war dankbar, dass seine Krankheit, die offenbar eine Art Hautkrebs war, nicht von Schmerzen begleitet war. Er dankte Gott dafür, dass er ihm die Kraft gab, weiterzumachen.

Als es Zeit zum Schlafengehen wurde, stellten wir für ihn ein Campingbett in das Kinderzimmer. Als ich am nächsten Morgen aufstand, war die Bettwäsche säuberlich gefaltet und der kleine Mann saß auf der Veranda.

Er wollte kein Frühstück, doch kurz bevor er aufbrach, um seinen Bus zu erreichen, sagte er stockend, als würde er um einen großen Gefallen bitten: “Könnte ich bitte beim nächsten Mal wieder zurückkommen, wenn ich wieder zur Behandlung hierher muss? Ich werde Ihnen keinerlei Umstände machen. Ich kann auch gut in einem Stuhl schlafen.” Er hielt einen Moment inne und fügte dann hinzu: “Bei Ihren Kindern fühle ich mich wohl. Erwachsene wenden sich ab wegen meinem Gesicht, aber Kindern scheint das nichts auszumachen.” Ich sagte ihm, er sei jederzeit wieder willkommen.

Beim nächsten Mal kam er kurz nach Sieben am Morgen. Als Geschenk brachte er einen großen Fisch und ein Viertel der größten Austern mit, die ich je gesehen hatte. Er sagte, er habe sie früh am Morgen enthülst, damit sie ganz frisch seien. Ich wusste, dass sein Bus um 4.00 Uhr bereits gefahren war und fragte mich, wann er aufgestanden war um das für uns zu tun.

In den Jahren, in denen er zu uns kam, um zu übernachten, kam es nie vor, dass er uns nicht Fisch oder Austern oder Gemüse aus seinem Garten mitbrachte.

Manchmal schickte er auch Päckchen mit der Post: Fisch und Austern, verpackt in einer Kiste mit frischem, jungem Spinat oder Grünkohl, jedes Blatt sorgfältig gewaschen. Das Wissen, dass er fünf Kilometer bis zum Postamt laufen musste und wie wenig Geld er hatte, machte diese Geschenke doppelt kostbar.

Wenn ich diese kleinen Erinnerungen erhielt, dachte ich oft an eine Bemerkung, die unser Nachbar an dem Morgen gemacht hatte, nachdem unser Gast das erste Mal bei uns übernachtet hatte. "Habt ihr diesen schrecklich aussehenden Mann letzte Nacht bei euch untergebracht? Ich habe ihn weggeschickt! Mann kann ja seine Stammkunden verlieren wenn man solche Leute aufnimmt!"

Vielleicht haben wir ein oder zweimal Kunden verloren. Aber wenn sie ihn nur gekannt hätten! Vielleicht wären ihre Krankheiten dann leichter zu ertragen gewesen. Ich weiß, dass unsere Familie immer dankbar sein wird, ihn gekannt zu haben. Von ihm haben wir gelernt, was es bedeutet, das Schlechte ohne Klagen und das Gute mit Dankbarkeit vor Gott anzunehmen.

Kürzlich besuchte ich eine Freundin, die ein Gewächshaus hat. Als sie mir ihre Blumen zeigte, kamen wir auch zu der Schönsten von allen, einer goldenen Chrysantheme voller Blüten. Doch zu meinem großen Erstaunen wuchs sie in einem alten, verbeulten,
rostigen Kübel. Ich dachte bei mir: „Wenn das meine Pflanze wäre, würde ich sie in den prächtigsten Behälter setzen den ich habe!"
Meine Freundin änderte mein Denken. „Ich hatte nicht mehr genug Töpfe“, erklärte sie, „und da ich wusste, wie wunderschön diese Pflanze werden würde, dachte ich, es würde nichts ausmachen, sie zunächst einmal in diesen alten Eimer zu setzen. Es ist ja nur für kurze Zeit, denn dann kann ich sie nach draußen in den Garten setzen."

Sie muss sich gefragt haben, weshalb ich so verhalten gelächelt habe, doch ich stellte mir genau so eine Szene im Himmel vor. „Hier ist ein besonders schönes Exemplar“, mag Gott gesagt haben als es um die Seele des lieben alten Fischers ging, „ihm macht es nichts aus, wenn er in diesem kleinen Körper beginnt."

All das ist vor langer Zeit geschehen – und wie prächtig muss diese liebliche Seele jetzt in Gottes Garten stehen!

-Autor unbekannt-

Das Gurkenglas


Solange ich mich erinnern konnte stand das Gurkenglas auf dem Fußboden neben der Frisierkommode im Schlafzimmer meiner Eltern. Wenn er sich auszog, um ins Bett zu gehen, leerte Vater seine Taschen und steckte sein Kleingeld in das Glas. Als kleiner Junge war ich immer fasziniert von dem Geräusch, das die Münzen von sich gaben wenn sie in das Glas fielen. Sie landeten mit einem fröhlichen Klingeln darin wenn das Glas fast leer war. Dann veränderte sich der Ton schrittweise zu einem dumpfen Aufschlag, je voller das Glas wurde. Ich hockte mich immer auf den Boden vor dem Glas und bewunderte die kupfernen und silbernen Münzen, die wie ein Piratenschatz funkelten wenn das Sonnenlicht durch das Schlafzimmerfenster flutete.

Wenn das Glas voll war setzte sich mein Vater an den Küchentisch und rollte die Münzen zusammen bevor er sie zur Bank brachte. Die Münzen zur Bank zu bringen war immer eine große Sache. Säuberlich in eine kleine Pappschachtel verpackt lagen die Münzen zwischen Vater und mir auf dem Sitz seines alten Lastwagens.

Jedes Mal, wenn wir zur Bank fuhren, schaute Vater mich hoffnungsvoll an. “Diese Münzen werden dich vor der Tuchfabrik bewahren, mein Sohn. Dir wird es besser gehen als mir. Diese alte Tuchfabrik wird dich nicht zurückhalten.” Jedes Mal, wenn er die Schachtel mit den zusammengerollten Münzen in der Bank über den Tresen schob, grinste er stolz. „Das sind Ersparnisse für die Ausbildung meines Sohnes. Er wird niemals wie ich sein ganzes Leben lang in der Tuchfabrik arbeiten.“

Wir feierten jede Einzahlung indem wir an der Eisdiele anhielten. Ich bekam immer ein Bällchen Schokolade. Vater nahm immer Vanille. Wenn der Verkäufer Vater sein Wechselgeld aushändigte, zeigte er mir die wenigen Münzen in seiner Hand. „Wenn wir nach Hause kommen, fangen wir wieder an, das Glas zu füllen.“ Er ließ mich immer die ersten Münzen in das leere Glas werfen. Wenn sie mit einem kurzen, fröhlichen Klimpern hineinfielen grinsten wir einander an. „Du wirst durch Pfennige und Groschen auf die Universität gehen“, sagte Vater, „aber du wirst hingehen. Dafür sorge ich.”

Die Jahre vergingen, ich machte meinen Universitätsabschluss und nahm einen Job in einer anderen Stadt an. Einmal, als ich meine Eltern besuchte, benutzte ich das Telefon in ihrem Schlafzimmer und bemerkte, dass das Gurkenglas verschwunden war. Es hatte seinen Zweck erfüllt und war entfernt worden. Ein Kloß stieg in meiner Kehle auf als ich auf den Fleck neben der Frisierkommode starrte, wo das Glas immer gestanden hatte. Mein Vater war kein Mann großer Worte und hatte mich nie über die Werte Entschlossenheit, Ausdauer und Glauben gelehrt. Das Gurkenglas hatte mir all diese Tugenden wortgewandter vermittelt als die blumigsten Worte es vermocht hätten.

Als ich heiratete, erzählte ich meiner Frau Susan von der bedeutsamen Rolle, die das bescheidene Gurkenglas in meinem Leben als Junge gespielt hatte. In meiner Erinnerung definierte es mehr als irgendetwas anderes, wie sehr mein Vater mich geliebt hatte. Egal wie hart die Zeiten daheim wurden, Vater warf weiterhin verbissen seine Münzen in das Glas. Selbst in dem Sommer, als er aus der Tuchfabrik entlassen wurde und Mama mehrmals pro Woche gedörrte Bohnen auf den Tisch bringen musste, wurde nicht ein einziger Pfennig aus dem Gurkenglas genommen. Im Gegenteil. Als Vater mich über den Tisch hinweg ansah und Ketchup über meine Bohnen goss, damit sie etwas schmackhafter wurden, war er entschiedener denn je, für mich einen Ausweg zu schaffen. "Wenn du die Uni hinter dir hast, mein Sohn”, sagte er mit funkelnden Augen, “wirst du nie wieder Bohnen essen müssen …es sei denn, du möchtest welche.“

Am ersten Weihnachtsfest nachdem unsere Tochter Jessica geboren war, verbrachten wir die Ferien mit meinen Eltern. Nach dem Abendessen saßen Mama und Papa nebeneinander auf dem Sofa und umarmten abwechselnd ihr erstes Enkelkind. Jessica begann leise zu wimmern und Susan nahm sie aus Vaters Armen. „Ich muss ihr wahrscheinlich die Windeln wechseln”, sagte sie und trug das Baby in das Schlafzimmer meiner Eltern, um es zu wickeln. Als sie zurück ins Wohnzimmer kam, waren Susans Augen seltsam beschlagen. Sie gab Jessica meinem Vater zurück bevor sie meine Hand nahm und mich in das Schlafzimmer führte.

"Schau nur", sagte sie sanft und ihre Augen dirigierten mich zu einem Fleck auf dem Fußboden neben der Frisierkommode. Zu meinem Erstaunen stand da, als wäre es nie entfernt worden, das alte Gurkenglas, den Boden bereits mit Münzen bedeckt. Ich ging herüber zu dem Gurkenglas, griff tief in meine Tasche und zog eine Handvoll Münzen heraus. Während mich eine ganze Tonleiter von Gefühlen fast erstickte, ließ ich die Münzen in das Glas fallen. Als ich wieder aufblickte, sah ich dass Vater mit Jessica auf dem Arm leise ins Zimmer gekommen war. Unsere Augen trafen sich und ich wusste, dass er dieselben Gefühle empfand wie ich. Keiner von uns beiden war in der Lage, zu sprechen.

Manchmal sind wir so beschäftigt damit, unsere Probleme zu addieren, dass wir vergessen, unsere Segnungen zu zählen. Kummer schaut zurück. Sorgen schauen umher. Aber der Glaube schaut hinauf.

-Autor unbekannt-